Tarifrunde 2012
IG Metall Mittelhessen beschließt Tarifforderung

Die IG Metall Mittelhessen hat unter dem Motto „Wir haben es verdient“ auf ihrer Funktionärskonferenz am 2. Februar im Bürgerhaus Klein-Linden ihre Forderung zur Metall- und Elektroindustrietarifrunde beschlossen. 80 Kolleginnen und Kollegen aus den Betrieben der Region diskutierten über den Forderungsumfang, sowie über die Notwendigkeit bei der anstehenden Tarifrunde deutlich mehr Entgelt für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der Metallbranche durchzusetzen.
Große Einmütigkeit herrschte unter den betrieblichen Akteuren bei den qualitativen Forderungsinhalten: unbefristete Übernahme aller Auszubildenden und Regulierung der Leiharbeit. Die Betriebsräte und Vertrauensleute waren sich insbesondere darin einig, dass die unbefristete Übernahme durchgesetzt werden muss. Dies verhindert, dass immer mehr junge Facharbeiterinnen und Facharbeiter nach der Ausbildung in Warteschleifen hängen und sich als prekär Beschäftigte andienen müssen. Der 1. Bevollmächtigte Hans Peter Wieth machte in seinem Beitrag allerdings deutlich, dass es klare Signale aus dem Arbeitgeberlager gibt, diese Forderung kategorisch abzulehnen. Nicht zuletzt deshalb forderte Hans Peter Wieth alle Anwesenden dazu auf, die Tarifforderung der IG Metall zum Topthema in den Betrieben zu machen und aktiv mit den Kolleginnen und Kollegen zu diskutieren, um damit den ersten Schritt zur Durchsetzung unserer Forderung zu vollziehen.
Aus den Betrieben gab es zur Entgeltforderung unterschiedliche Vorstellungen. Die Spanne reichte von 6% (Fritz Winter) bis 9% (Schunk). Die Vertrauensleute der Firma Mahle haben ihre komplette Belegschaft befragt und kamen bei einer guten Beteiligung zu dem Ergebnis 6,8% und mindestens 150 €. Einigkeit bestand in der Frage der Laufzeit des neuen Tarifvertrages. Die Laufzeit soll nicht länger als 12 Monate betragen.
Der 1. Bevollmächtigte Hans Peter Wieth fasste in seinem anschließenden Redebeitrag die Diskussion zusammen und stellte eine Forderung von 7% und mindestens 162 € plus den beiden qualitativen Inhalten zur Abstimmung. Die Konferenz folgte seinem Vorschlag einstimmig. Abschließend dankte er Allen für die engagierte Diskussion und erinnerte daran, dass es jetzt um die Durchsetzung unserer gerechten Forderung in den Betrieben gehen muss. „Damit müssen wir ab Morgen beginnen, denn nicht die Höhe der Forderung ist entscheidend, sondern unsere Fähigkeit sie durchzusetzen.“
Gießen,02.02.2012
Sitzung der Tarifkommission
IG Metall Tarifrunde - "Wir sind entschlossen"
Frankfurt/Friedberg. Die Tarifkommissionen der IG Metall für die Mittelgruppe (Hessen, Rheinland-Pfalz, das Saarland) und Thüringen haben am Mittwoch in Friedberg die Forderungsdiskussion für die rund 420.000 Beschäftigten in den Betrieben der Metall- und Elektroindustrie dieser Bundesländer geführt. Im Mittelpunkt stand die Forderung nach mehr Geld, die unbefristete Übernahme der Ausgebildeten und Regelungen zur Regulierung von Leiharbeit. Die Debatte in den Tarifkommissionen ist Grundlage für den Beschluss der Forderungsempfehlung des IG Metall-Vorstandes am 7. Februar. Die endgültige Höhe der Entgeltforderung und weitere Forderungselemente beschließen die Tarifkommissionen am 23. Februar.
IG Metall-Bezirksleiter und Verhandlungsführer Armin Schild sagte: „Die Debatte hat gezeigt: Die Mitglieder der Tarifkommissionen sind fest entschlossen, eine spürbare und faire Erhöhung der Realeinkommen durchzusetzen.“ Vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Entwicklung in 2011 und der Erwartungen für 2012 sehe er für die weitere Diskussion 6 oder 6,5 Prozent als Orientierungspunkt. Einhellig vertraten die Tarifkommissionen zudem die Auffassung, die unbefristete Übernahme der Auszubildenden müsse in dieser Tarifrunde verwirklicht werden. Sie forderten die Arbeitgeber erneut auf, ihre Blockadehaltung bei den qualitativen Themen aufzugeben. „Förderungsbedürftige Schulabgänger haben das Recht auf eine Chance, Auszubildende brauchen eine verlässliche berufliche Perspektive, die Betriebe benötigen Fachkräfte, da ist die Konsequenz doch sonnenklar. Wenn die Arbeitgeber in der Mittelgruppe weiter mauern, sind wir entschlossen ihre Blockademauer einzureißen“, so Verhandlungsführer Schild.
Bereits im Vorfeld der Tarifrunde führen IG Metall und Arbeitgeberverbände Gespräche zu qualitativen Themen. Vor allem geht es dabei um die unbefristete Übernahme der Ausgebildeten und mehr Mitbestimmung beim Einsatz von Leiharbeitern in den Betrieben der Metall- und Elektroindustrie. Ziel ist es, Regelungen zu diesen Themen möglichst noch vor der Tarifrunde zu vereinbaren. Das nächste Tarifgespräch dazu findet am 10. Februar statt.
Tarifergebnis für die saarländische Stahlindustrie
3,8 Prozent mehr Geld, unbefristete Übernahme, Mitbestimmung bei der Leiharbeit und Altersteilzeit

Saarbrücken. Bereits in der ersten Tarifverhandlung hat die IG Metall und der saarländische Saarhüttenverband für die rund 14.000 Beschäftigten an der Saar, bei Edelstahl Buderus in Wetzlar und den Badischen Stahlwerken in Kehl ein Tarifergebnis erzielt. Es sieht eine Erhöhung der Löhne, Gehälter und Ausbildungsvergütungen von 3,8 Prozent vor. Die Tariferhöhung gilt ab dem 1. März 2012, zusätzlich wurde eine Einmalzahlung in Höhe von 160 Euro und für Auszubildende 60 Euro vereinbart. Der Vertrag hat eine Laufzeit von 16 Monaten bis zum 31.5.2013.
Weiterhin gilt ab sofort die unbefristete Übernahme aller Auszubildenden.
Der vor einem Jahr abgeschlossene Tarifvertrag über den Einsatz von Leiharbeit wird fortgesetzt. Dieser Tarifvertrag enthält die weitgehendste Regelung zur Mitbestimmung und Vergütung von Leiharbeit bundesweit.
Die bisherige Altersteilzeitregelung gilt weiter. Ab sofort werden auf betrieblicher Ebene alternative und wertgleiche Konzepte zum Altersübergang erarbeitet.
IG Metall Bezirksleiter und Verhandlungsführer Armin Schild erklärte: „Die heutige Kundgebung, an der rund 2.200 Stahlwerker teilnahmen, hat die Arbeitgeber offensichtlich beeindruckt. Dies ist ein gutes und faires Tarifergebnis, das nicht nur eine ordentliche Entgelterhöhung, sondern auch richtige und wichtige Regelungen für Junge, Ältere und Leiharbeitnehmer beinhaltet.“
Die Betriebsratsvorsitzende von Buderus Edelstahl, Heidi Koster, erklärte: „Wir sind besonders erfreut, dass es gelungen ist, zur Tariferhöhung eine Einmalzahlung zu erreichen und die unbefristete Übernahme ab sofort für alle Azubis sicherzustellen. Zudem garantiert der Tarifvertrag zur Altersteilzeit älteren Beschäftigten den fairen Ausstieg aus dem Erwerbsleben. Ältere Stahlbeschäftigte werden auch zukünftig früher ausscheiden können.“
Tarifgespräch der Mittelgruppe
Keine Annäherung bei Übernahme und Leiharbeit
Die Tarifvertragsparteien der Mittelgruppe (Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland) sind am Donnerstag in Frankfurt zu einem ersten Tarifgespräch zusammengekommen, um die unbefristete Übernahme der Ausgebildeten, betriebliche Einstiegsqualifizierungen für förderungsbedürftige Jugendliche sowie Mitbestimmungsrechte beim Einsatz von Leiharbeitnehmern zu erörtern.
IG Metall-Bezirksleiter und Verhandlungsführer Armin Schild erklärte nach dem Gespräch: „Wir haben keine Annäherung erreicht. Die Arbeitgeber bauen eine Blockademauer bei der unbefristeten Übernahme und einer fairen Regulierung der Leiharbeit auf. Ihre Behauptung, dass 75 Prozent der Unternehmen übernehmen würden, verfehlt das Thema. Eine aktuelle Umfrage der IG Metall unter 2.800 Auszubildenden ergab, dass vier von fünf nur befristete Verträge erhalten. 40 Prozent der unter 25jährigen sind in sogenannten atypischen Arbeitsverhältnissen beschäftigt. Schild: „Daher fordern wird, dass jeder Ausgebildete grundsätzlich nach bestandener Abschlussprüfung in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis übernommen wird. Wer Fachkräfte will, kann nicht gegen die unbefristete Übernahme sein.“
Die IG Metall kündigt an, noch vor Beginn der Tarifrunde diese Themen auch verstärkt in die Betriebe zu tragen. Ziel ist es, möglichst viele betriebliche Regelungen zur unbefristeten Übernahme der Ausgebildeten und Besservereinbarungen bei der Leiharbeit zu erreichen. Über die einzelnen Betriebsvereinbarungen wird auch auf der Homepage des Bezirkes unter www.igmetall-bezirk-frankfurt.de berichtet.
Die Tarifvertragsparteien verständigten sich darauf, die Tarifgespräche am 10. Februar 2012 fortzusetzen.
Präsentation zum Download
Tarifkommission 2011
Hier findet man die Präsentation von IG Metall-Bezirksleiter Armin Schild, vorgetragen auf der gemeinsamen Sitzung der Tarifkommissonen Metall und Elektro am 3. Mai 2011.
Zum Herunterladen als PDF oder als Power-Point-Datei.






