Jahrelanger Verzicht hat nichts gebracht

IG Metall fordert den Erhalt aller Arbeitsplätze bei CEKA

Wir wollen arbeiten, weiterhin qualitativ gute Büromöbel herstellen und damit uns und unsere Familien ernähren. Wir haben die Zahlungsunfähigkeit des Unternehmens nicht herbeigeführt. Im Gegenteil. Jahrelang haben wir auf Lohnerhöhungen verzichtet, länger gearbeitet ohne Bezahlung, kein Weihnachtsgeld und kein Urlaubsgeld bekommen. Die Fehler die zur Zahlungsunfähigkeit des Unternehmens führten, wurden in der Chefetage gemacht. Leider müssen wir feststellen, dass unser jahrelanger Verzicht keinen einzigen Arbeitsplatz sicherer gemacht hat, im Gegenteil“, so Karl Cekamann*, Beschäftigter des Möbelherstellers (Name von der Redaktion geändert).
So wie der zweifache Familienvater denken wohl die meisten von der Insolvenz betroffenen 170 Mitarbeiter des Vogelsberger Unternehmens. Die Enttäuschung sitzt tief. Keiner weiß, wie es weiter gehen soll, ob er morgen noch seinen Arbeitsplatz hat. Die Hoffnungen ruhen jetzt auf der IG Metall. Die Gewerkschaft fordert den Erhalt aller Arbeitsplätze bei CEKA und zwar zu tariflichen Bedingungen. Dies ist für den zuständigen Sekretär der IG Metall Mittelhessen, Stephen Maier, auch kein hoffnungsloses Unterfangen.
Laut Maier habe die CEKA ein relativ gutes Auftragspolster. Mit dem Insolvenzgeld könne der vorläufige Insolvenzverwalter, Hans-Jörg Laudenbach, die Löhne für drei Monate bezahlen. Dadurch werde Geld frei, um Lieferanten zu bedienen und Aufträge vorzufinanzieren. Gelinge es, weitere Aufträge reinzuholen, habe die CEKA mit ihren 170 Beschäftigten gute Zukunftschancen.
Maier warnte davor, den gleichen Fehler noch mal zu machen. In der Vergangenheit seien Recht und Gesetz sowie geltende tarifliche Ansprüche mit Füßen getreten worden. Das dürfe es künftig nicht mehr geben. Deshalb sei eine Rückkehr zu tariflichen Bedingungen Voraussetzung für eine erfolgreiche Sanierung des Unternehmens. Sollte der Insolvenzverwalter die Beschäftigten unter Tarif beschäftigen wollen um den Möbelhersteller attraktiver für sogenannte Investoren zu machen, müsse er mit dem entschiedenen Widerstand der IG Metall rechnen.
Für Maier steht außer Zweifel, dass der Verzicht der Mitarbeiter in den vergangenen Jahren, die Krise des Unternehmens noch verschärft habe. Mit den Geldern der Beschäftigten konnten Fehler des Managements ausgeglichen werden. Dadurch habe das Management keinen Grund gehabt sein Verhalten zu ändern. Diese Erkenntnis habe aber nur einen Wert für die Zukunft.
Jetzt müsse alles daran gesetzt werden die Zukunft zu gestalten. Dies könne nur gemeinsam gelingen. Maier signalisiert die Bereitschaft der IG Metall hier zu helfen, wenn es nötig sei. Er wies darauf hin, dass man sehr genau darauf achten werde, ob etwaige tarifliche Rechte der IG Metall-Mitglieder weiter mit Füßen getreten oder ob sie jetzt respektiert würden.

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