Auftakt der Warnstreiks in Mittelhessen bei Mahle

190 Kolleginnen und Kollegen von Mahle haben am 29. und 30. April mit ihrem Warnstreik und Demonstration ein deutliches Zeichen gesetzt, was sie von dem bisherigen Angebot der Arbeitgeber halten: NIX!

Das war ein gelungener Warnstreikauftakt für die Tarifrunde 2016. Weitere Aktionen werden folgen, um die Arbeitgeber wieder zurück an den Verhandlungstisch zu bewegen. WIR für 5%.

1. Warnstreik bei YKK in Wenkbach für Tarifbindung

Gähnend leere Hallen, die Belegschaft draußen vor dem Tor

Selbstbewusst gute Stimmung trotz einiger Schauer

Alle waren begeistert, nur der Personalchef nicht. Mit einer solchen Teilnahme am 1. Warnstreik bei YKK Deutschland GmbH, Werk Wenkbach hatte keiner gerechnet. Fast alle Belegschaftsmitglieder beteiligten sich am Warnstreik und waren dem Aufruf der IG Metall gefolgt. Um 11.30 Uhr legte die Frühschicht die Arbeit nieder und zog vors Werkstor. Die Spätschicht löste die Streikenden nach 2 Stunden Warnstreik ab. Sie hinterließen gähnend leere Hallen, die Produktion stand still. Die Belegschaft stand draußen vor dem Tor.

Mit dieser eindrucksvollen und beeindruckenden Arbeitskampfmaßnahme demonstrierten die ca. 90 Streikenden, dass sie die Tarifflucht des Arbeitgebers auf keinen Fall widerspruchslos hinnehmen werden. YKK Deutschland GmbH, Werk Wenkbach war zum 01.12.2015 von der Vollmitgliedschaft mit Tarifbindung in die sogenannte o.T.-Mitgliedschaft (ohne Tarifbindung) gewechselt und hatte damit einen jahrzehntelangen Konsens zwischen den Arbeitnehmern und der Firma ohne Not aufgekündigt.

Dieser hätte, wenn er denn Wirklichkeit würde, gravierende Folgen für die bei dem Reißverschlusshersteller beschäftigten Arbeitnehmer. Schon dieses Jahr stünde ihnen keine tarifliche Lohnerhöhung mehr zu. Kein Wunder, dass in der Belegschaft Unruhe, Ärger und auch Zorn über das Verhalten ihres Arbeitgebers herrscht. Das sehe man auch an der Warnstreikbeteiligung, so Ferdinand Hareter von der IG Metall Mittelhessen.

Eine Tarifverhandlung am letzten Montag war ergebnislos abgebrochen worden, weil der extra aus Mainhausen angereiste Geschäftsführer, Hiroyasu Ishizaki, gar nicht verhandeln wollte. Er forderte Kostensenkung bis auf das Niveau von Ägypten. Ansonsten drohte er unverhohlen mit Werksschließung. Die andauernde Forderung nach niedrigeren Löhnen in Wenkbach kommentierte der Betriebsratsvorsitzende Reiner Ruse mit den Worten: „Mit einem Lohn auf dem Niveau von Ägypten kann man in Deutschland nicht existieren. Wir werden deshalb um unsere Tarife kämpfen. Tarife sind Mindeststandards und nicht irgendwelche Boni.“

Die IG Metall forderte den Arbeitgeber YKK Deutschland GmbH zu Tarifverhandlungen auf. „Aber nur, wenn dieser auch wirklich verhandeln will und nicht nur 2 Stunden Kostensenkungsarien singt", so Hareter weiter. Der erste Warnstreik in Wenkbach habe gezeigt, dass die Belegschaft nicht mit Belieben mit sich umspringen lasse. Hareter kündigte gemeinsam mit der betrieblichen Tarifkommission weitere spontane und phantasievolle Aktionen an. Das alles könne sich der Arbeitgeber ersparen, wenn er sofort wieder in den Tarif zurückkehren würde.

400 Kolleginnen und Kollegen beteiligen sich in Wetzlar am bundesweiten Aktionstag

"Stahl ist Zukunft"

Stahl ist Zukunft. Unter diesem Motto beteiligten sich 400 Kolleginnen und Kollegen am 11. April in Wetzlar beim bundesweiten Aktionstag für die Zukunft der Stahlproduktion in Deutschland. Unterstützt wurden die Beschäftigten von Buderus Edelstahl von Kolleginnen und Kollegen anderer Betriebe in Mittelhessen.

Der Protest richtete sich gegen die geplante Reform und Verschärfung des Emissionshandels in der Europäischen Union und gegen Billigimporte aus China, bei deren Produktion weit mehr Kohlenstoffdioxid ausgestoßen wird, als in deutschen Stahlwerken.

 

Nähere Informationen gibt es hier:

Stefan Sachs und Ralf Baum wiedergewählt

Konstituierende Delegiertenversammlung

Am 9. April fand die konstituierende Mitgliederversammlung der IG Metall Mittelhessen im Bürgerhaus Kleinlinden statt. Auf dem Programm standen die Wahlen des ersten und zweiten Bevollmächtigten, des Ortsvorstands und von Tarifkommissionen in der Metall- und Elektroindustrie, der eisenschaffenden Industrie und im Handwerk.

Stefan Sachs wurde dabei als erster Bevollmächtigter und Kassier mit 96,4% der Stimmen im Amt bestätigt. Ralf Baum wurde mit 92,7% der Stimmen ebenfalls im Amt als zweiter, ehrenamtlicher Bevollmächtigter bestätigt. Im neuen Ortsvorstand sind folgende Kolleginnen und Kollegen gewählt: Acer, Nizamettin (Dexion); Arslan, Ali (Bosch TT); Baumann, Rudi (Bedea Berkenhoff & Drebes); Coladangelo, Pietro (Schunk); Füller, Siegfried (Rentner); Geisel, Manfred (Kamax); Görge, Winfried (Federal Mogul Deva); Hilberg, Martin (Tucker); Jung, Christoph (Buderus Edelstahl); Kohlhauer, Joachim (Pfeiffer Vacuum); Kozak, Danuta (Berkenhoff); Lanio, Waltraud (Küster); Nitschkowski, Klaus (Fritz Winter); Pitters, Samuel (Voestalpine BWG); Schäfer, Hans-Peter (Schunk); Schmidt, Rolf (Buderus Edelstahl); Schön, Katja (Bosch TT).

Wir gratulieren den gewählten Kolleginnen und Kollegen und wünschen viel Erfolg für die nächsten vier Jahre. Außerdem möchten wir uns an dieser Stelle bei den Kolleginnen und Kollegen bedanken, die in den letzten Jahren mit ihrem Engagement und ihrer Arbeit in der IG Metall Mittelhessen mitgewirkt haben.

60 Kolleginnen und Kollegen aus Mittelhessen in Koblenz

Erster Verhandlungstag Tarifrunde 2016 Metall- und Elektroindustrie

Rund 1.500 Metallerinnen und Metaller aus den Bundesländern Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland sind am Mittwochvormittag in Koblenz für die Tarifforderung nach fünf Prozent mehr Geld auf die Straße gegangen. Mit dabei waren auch 60 Kolleginnen und Kollegen aus Mittelhessen, die mit einem Transparent und einem Redebeitrag auf die Tarifflucht von YKK aufmerksam machten.

Nach zwei Stunden wurde die Verhandlung ohne Annäherung vertagt. "Fünf Prozent mehr Entgelt und Ausbildungsvergütung - das ist eine ebenso vernünftige wie gerechtfertigte Forderung", sagte Bezirksleiter Jörg Köhlinger. "Die wirtschaftliche Situation ist sehr stabil. Es geht den meisten Unternehmen gut, einige veröffentlichen ja gerade hervorragende Bilanzen."

Jetzt gilt es, den Schwung vom ersten Verhandlungstag für eine gute Tarifrunde 2016 mit in die Betriebe zu nehmen! Weitere Informationen zum Verhandlungsauftakt findet ihr hier:

Den Lauf für Tarifverträge letzten Samstag in Wenkbach haben folgende Teams gewonnen. Von links nach rechts stehend: 2. Sieger – Team Fritz Winter Eisengießerei Stadtallendorf, Metin Bal, Engin Malakcioglu und Georg Genich; 1. Sieger - Team YKK Deutschland, Werk Wenkbach, Maximilian Peppler, Gülay Alper und Markus Leschner; 3. Sieger – Team DGB Mittelhessen und KAMAX Tools GmbH & Co. KG, Homberg, Ulf Immelt, Tanja Wöhr und Uwe Bräuning. Von links nach rechts sitzend: Uwe Kahl, Betriebsratsvorsitzender YKK Deutschland, Mainhausen und Reiner Ruse, Betriebsratsvorsitzender YKK Deutschland, Werk Wenkbach.

An dem Lauf für Tarifverträge beteiligten sich Betriebsräte der Firmen: YKK Deutschland, Werk Wenkbach; Fritz Winter Eisengießerei, Stadtallendorf; CSL Behring, Marburg; Hessische Schraubenfabrik, Marburg; Oberhessische Presse, Marburg; Universitätsklinikum Marburg; Federal Mogul, Stadtallendorf; KAMAX Tools, Homberg; Mahle, Wölfersheim; Dexion, Laubach; Pfeiffer Vacuum, Aßlar; Bosch Thermotechnik, Lollar; Duktus Röhrenwerke, Wetzlar; DGB Mittelhessen.

Der Lauf für Tarifverträge gehört zu den vielfältigen und phantasievollen Aktionen, die Betriebsrat, betriebliche Tarifkommission und IG Metall Mittelhessen planen und durchführen, um den Arbeitgeber YKK Deutschland GmbH, Werk Wenkbach zu veranlassen, die Tarifbindung für die 160 Beschäftigten wieder herzustellen.

Bekanntlich war der oberhessische Reißverschlusshersteller zum 01.12.2015 in die sogenannte O.T.-Mitgliedschaft gewechselt. Der Lauf für Tarifverträge hat allen Teilnehmern Spaß gemacht. Die beteiligten Betriebsräte und viele andere wünschten der Belegschaft und dem Betriebsrat der YKK Deutschland GmbH viel Erfolg in ihrem Kampf um die Tarifverträge, erklärten ihre Solidarität mit den Beschäftigten und sagten ihre Unterstützung zu, wenn es nötig sein sollte. Vor allem aber: Jetzt ist es überall bekannt, dass YKK Deutschland aus der Tarifbindung ausgestiegen ist. Wir bleiben dabei: Tarifflucht ist unfair und unsozial

Der Reinerlös der Veranstaltung soll an den Verein krebskranker Kinder in Gießen gespendet werden. Die Gewinner erhöhten die Summe, indem sie spontan ihre Preise spendeten. Vielen Dank.

Wir wollen zurück in die Tarifbindung

Man muss sich wehren

Zum Wechsel des Reißverschlussherstellers YKK Deutschland GmbH, Werk Wenkbach, in die o.T.-Mitgliedschaft, (ohne Tarifbindung) des Arbeitgeberverbandes Nordhessen und dessen Auswirkungen für die Belegschaft befragten wir den Betriebsrats-vorsitzenden Reiner Ruse und die Vorsitzende der betrieblichen Tarifkommission, Gülay Alper.

0.T.-Mitgliedschaft:
Die Arbeitgeber und ihre Verbände haben mit der Mitgliedschaft ohne Tarifbindung (kurz o.T.-Mitgliedschaft) ein widersprüchliches und absurdes Konstrukt geschaffen. Rechtsprechung und herrschende Meinung haben es abgesegnet. Auf der Suche, die als lästig empfundene Tarifbindung und Tarifverträge loszuwerden, sind sie auf die glorreiche Idee der o.T.-Mitgliedschaft gestoßen. Diese Variante der Tarifflucht ermöglicht ein Verbleiben im Arbeitgeberverband, soll aber die Bindung an die Verbandstarifverträge vermeiden.

Den Beschäftigten bleibt nach so einem Wechsel nur die Kapitulation oder die Organisation in der IG Metall mit anschließendem Kampf um die Mindestbedingungen, sprich Tarifverträge. Wir finden: Tarifflucht ist unfair und unsozial.

Gülay Alper und Reiner Ruse

metall mittelhessen: Kollege Ruse, euer Arbeitgeber, der Reißverschlusshersteller YKK Deutschland, Werk Wenkbach, ist mit Wirkung zum 01.12.2015 von der tarifgebundenen Vollmitgliedschaft im Unternehmerverband Nordhessen in die sogenannte o.T.-Mitgliedschaft gewechselt. Wann haben die ca. 160 Kolleginnen und Kollegen in Wenkbach bei Marburg/Lahn, davon erfahren und wie haben sie es aufgenommen?

Reiner Ruse: Der Betriebsrat hat den Kolleginnen und Kollegen auf der Betriebsversammlung am 24.11.15 den Entschluss des Arbeitgebers mitgeteilt. Die Reaktion war Ungläubigkeit, Erstaunen und Entsetzen. Die meisten haben jetzt eine Stinkwut auf den Arbeitgeber und haben Angst was künftig passiert. Wir haben den Mitarbeitern empfohlen sich über eine Mitgliedschaft in der IG Metall Gedanken zu machen. Ergebnis: in den folgenden Wochen traten über 100 Mitarbeiter der IG Metall neu bei. Wir haben jetzt einen Organisationsgrad von über 60 % und sind damit arbeitskampffähig.

metall mittelhessen: Kollegin Alper, warum habt Ihr in einer gut besuchten Mitgliederversammlung eine betriebliche Tarifkommission gewählt?

Gülay Alper: Damit wir unsere Rechte durchsetzen können. Wir, d.h. betriebliche Tarifkommission und der Betriebsrat, tun im Moment alles, um noch vor Ostern einen zweistündigen Warnstreik durchzuführen. Da ist viel Überzeugungsarbeit notwendig.

metall mittelhessen: Kollege Ruse, wird der Wechsel in die o.T.-Mitgliedschaft von YKK Deutschland, Werk Wenkbach, Auswirkungen auf die Betriebsratsarbeit haben?

Reiner Ruse: Natürlich, die hat es ja jetzt schon. Es gibt täglich Anfragen der Kollegen, welche Auswirkungen der Wechsel in die o.T.-Mitgliedschaft haben wird. Außerdem haben wir jetzt eine gespaltene Belegschaft mit und ohne tarifliche Zusagen. Wir werden jetzt genauer hinschauen, wenn es um Vereinbarungen mit dem Arbeitgeber geht. Wir werden auch keine gerichtlichen Auseinandersetzungen scheuen.

metall mittelhessen: Kollegin Alper, wie wollt ihr vorgehen und was habt ihr geplant um den Arbeitgeber wieder in die Tarifbindung zu zwingen?

Gülay Alper: Wir haben einen Aktionsplan erstellt, um innerhalb kürzester Zeit warnstreikfähig zu werden. Es werden Seminare besucht, um sich abzusprechen und aus Erfahrungen zu lernen. Buttons, Plakate und Autoschilder wurden hergestellt um die Kollegen und die Öffentlichkeit zu informieren. Einige spezielle Aktionen wollen wir aber aus taktischen Überlegungen noch nicht bekannt geben.

metall mittelhessen: Kollege Ruse, wird der Betriebsrat künftig enger mit der
IG Metall zusammen arbeiten?

Reiner Ruse: Selbstverständlich. Wir intensivieren die Zusammenarbeit stetig. Die IG Metall ist auch auf den Betriebsversammlungen ein ständiger Gast. Wir werden jetzt Vertrauensleute wählen. Wir sind davon überzeugt, dass wir nur gemeinsam mit der IG Metall das Ziel: zurück in die Tarifgebundenheit erreichen werden.

metall mittelhessen: Kollegin Alper, warum engagierst Du Dich jetzt und machst an vorderster Front mit?

Gülay Alper: Ich habe persönlich die Erfahrung gemacht, dass man sich wehren muss. Wir kämpfen auch deshalb, weil wir wieder tarifliche Lohnerhöhungen haben wollen und all die anderen Leistungen der Tarife behalten können. Solidarisch werden wir alles tun um die vom Arbeitgeber aufgezwungene Auseinandersetzung mit Erfolg zu beenden.

Wir bedanken uns bei Euch beiden für das interessante Gespräch. 

Wahl der Delegierten läuft

Organisationswahlen in Mittelhessen

Alle vier Jahre werden nach dem großen Gewerkschaftstag die Delegierten für die Delegiertenversammlung aus den Reihen der Mitglieder gewählt. Die Delegiertenversammlung ist das Parlament der örtlichen IG Metall. Dort wird unter anderem der Ortsvorstand, die Bevollmächtigten oder die Tarifkommissionen gewählt. Außerdem bestimmt die Delegiertenversammlung über Anträge, äußert sich zu politischen, gesellschaftlichen und gewerkschaftlichen Themen und gestaltet die Arbeit der IG Metall Mittelhessen.

Damit die IG Metall so basisdemokratisch funktionieren kann, kommt es auf eure Beteiligung an. Kommt vorbei! Geht wählen! Bestimmt mit!

In den Metallzeitungen für Januar und Februar stehen jeweils die Termine für die Mitgliederversammlung, in denen die Delegierten gewählt werden. Hier könnt ihr sie auch noch einmal anschauen.

Tarifrunde 2016 Metall- und Elektroindustrie

IG Metall Mittelhessen beschließt Forderungen

Knapp 2.000 Beschäftigte in den Betrieben beteiligten sich an einer Umfrage über die Forderungen in der diesjährigen Tarifbewegung der Metall- und Elektroindustrie. Am 21. Januar diskutierten die Kolleginnen und Kollegen in Mittelhessen über die Ergebnisse aus den einzelnen Betrieben und beschlossen die Tarifforderungen. Nun gilt es, den Schwung des neuen Jahres mitzunehmen und eine erfolgreiche Tarifrunde 2016 zu gestalten!

Tarifabschluss bei voestalpine BWG in Butzbach

Nach jahrelangem Ringen  haben es die Kolleginnen und Kollegen der voestalpine BWG in Butzbach geschafft: Sie haben die Tarifbindung wieder hergestellt! Nähere Informationen gibt in der Pressemitteilung:

Tarifabschluss bei Dexion

Nach einem Jahr Verhandlungen mit Warnstreiks haben es die Kolleginnen und Kollegen von Dexion in Laubach geschafft. Sie haben einen Tarifvertrag durchgesetzt und somit den ersten Schritt zurück in die Flächentarifverträge der IG Metall gemacht. Weitere Informationen gibt es in der untenstehenden Pressemitteilung.

Rückblick zweite Jahreshälfte 2015

Die IG Metall Mittelhessen stellt sich vor

Trauermarsch bei YKK zum Wechsel in die o.T.-Mitgliedschaft

90 Protestbriefe überreicht

In Zweierreihen zog man zum Personalbüro um die 90 Protestbriefe zu übergeben

 

Wenkbach, 01.12.2015 - Jetzt ist die Tarifflucht vollzogen.  Der Wechsel von YKK Deutschland GmbH, Werk Wenkbach in die o.T.-Mitgliedschaft (ohne Tarif) zum 01.12.2015 ist perfekt. Das hat gravierende Folgen für die 160 Beschäftigten.

Gelingt es nicht den Ausstieg aus den Tarifen der Metall- und Elektroindustrie Hessen rückgängig zu machen, wird es für die Mitarbeiter beim Reißverschluss-Hersteller in Wenkbach keine tarifliche Lohnerhöhung mehr geben. Schlimmer noch:  Alle, die jetzt neu eingestellt werden, haben überhaupt keinen Anspruch mehr auf tarifliche Leistungen.

Die Flucht aus der Tarifbindung bei YKK nahmen Betriebsrat und Beschäftigte zum Anlass um am 01.12.2015 in einem Trauermarsch durch den Betrieb zu ziehen. Unter dem Motto: „Wir wollen unsere Tarife wieder haben“ bewegte sich der Trauermarsch während der Pause durch die Werkshallen zum Personalbüro, um die Protestbriefe der Mitarbeiter zu übergeben. Personalleiter Richter lehnte es allerdings ab, mit der Delegation überhaupt zu reden.

So wurden die 90 Protestbriefe (immerhin 90 Prozent der IG Metall-Mitglieder der 160-köpfigen Belegschaft) dem Werksleiter übergeben, mit der Bitte diese an den Geschäftsführer Hiroyasu Ishizaki, Ostring 33, 63533 Mainhausen, weiterzuleiten. Was dieser auch zusagte.

Man darf gespannt sein, wie es weitergeht. Die nächsten Aktionen und Aktivitäten sind schon geplant. Sollte der Arbeitgeber an der Tarifflucht festhalten, wird es wohl so schnell keine Ruhe beim Reißverschluss-Hersteller im Lahntal geben. Die Mitarbeiter werden sich allerdings nicht einlullen lassen. Eine ruhige Vorweihnachtszeit wird in Wenkbach wohl ein frommer Wunsch bleiben.

 

 

Produktion des Hersteller für Lagerlogistik stand vom 17. bis 18.11.2015 still

26 Stunden Warnstreik bei Dexion

Dexion ist vor 10 Jahren aus dem Tarifverbund ausgetreten. Seither stieg die wöchentliche Arbeitszeit und das Entgeltgefüge sank. Seit einem halben Jahr steht die IG Metall in Verhandlungen mit dem Arbeitgeber. Noch vor dem Verhandlungstermin am 09.11.2015 gab es einen Verhandlungsstand. Dort wurde bereits verabredet, dass man schrittweise bis zum Jahr 2020 die 35 Stunden/Woche einführt (Aktuell 40-42 Stunden/Woche), die Entgelte ebenso bis 2020 auf Flächenniveau steigen, die Ausbildungsvergütung ab dem 01.01.2016 auf Flächenniveau steigt, 2016 ERA einführt, die Leistungszulage schrittweise eingeführt wird und Weihnachts- und Urlaubsgeld differenziert wird. Am 06.11.2015 wurde der Geschäftsführer Robert Lerch entlassen. Am 09.11.2015 saß der Tarifkommission ein neuer Verhandlungspartner entgegen, der von dem Verhandlungsstand nichts wissen wollte.

Tarifvertrag bedeutet für die Beschäftigten bei Dexion Wertschätzung für ihre gute Arbeit.

Am 18.11.2015 organisierte die IG Metall eine Demozug durch Laubach, an der ca. 150 Beschäftigte von Dexion folgten. "Tarifvertrag wollen wir, darum sind wir heute hier" hallte es durch Laubachs Straßen und mehrmals rollte die Laola durch die Menschenschlange. Auf dem Marktplatz fand dann die Kungebung statt, an der auch Laubachs Bürgermeister Peter Klug seine solidarische Hilfe anbot. Der Betriebsratsvorsitzende Björn Mannß und seine Stellvertreterin Carina Bingel beschworen den Zusammenhalt und Stolz der Belegschaft. Eine Delgeation von Bosch TT in Lollar nahm an der Kungebung teil, der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Willi Ranft übermittelte die solidarischen Grüße und stellte klar, dass Dexion Mitarbeiter das richtige Zeichen setzen.

Letztendlich zeigte die Belegschaft ihren Unmut zur Haltung der Geschäftsführung und ist gewillt für eine Tarifgebundenheit bei Dexion weiter zu kämpfen.

Dank an mehrjährige Mitgliedschaft

Jubilahrehrung der IG Metall Mittelhessen

Auch in diesem Jahr ehrte die IG Metall Mittelhessen ihr langjährigen Mitglieder in Kleinlinden. Bei einem schönen Nachmittag mit musikalischer Umrahmung bedankte sich die IG Metall Mittelhessen für 70, 60, 50, 40 und 25 Jahre Treue zu ihrer Gewerkschaft.

Die Bilder der Jubilare gibt es unter dem folgenden Link: 

YKK Deutschland will in o.T.-Status wechseln

Ohne Tarif gehts abwärts

Sie wollen um ihre Tarifbindung kämpfen: Der Betriebsrat von YKK Deutschland GmbH in Wenkbach (4. von links: Gewerkschaftssekretär Ferdinand Hareter)

Wenkbach, 14.11.2015 - Lange Jahre war beim Reissverschlusshersteller YKK Deutschland GmbH in Wenkbach die Welt in Ordnung. Die Beschäftigten gingen brav ihrer Arbeit nach und sorgten für gute Gewinne. Der Arbeitgeber war Vollmitglied im Arbeitgeberverband und somit an alle aktuell gültigen Tarifverträge gebunden. Doch plötzlich ist alles anders.

Mitte Oktober wurde bekannt, dass der Arbeitgeber YKK die Tarifbindung beseitigen und zum 01.12.2015 in die sogenannte o.T.-Mitgliedschaft wechseln möchte. Der Reissverschlusshersteller im Lahntal möchte zwar im Arbeitgeberverband bleiben, aber die Tarifbindung soll nicht mehr gelten. Käme es so, hätte das für alle 180 Beschäftigten in Wenkbach gravierende Folgen.

Erst einmal die gute Nachricht: Mit dem Wechsel in die o.T.-Mitgliedschaft kann der Arbeitgeber die Tarifbindung nicht sofort beseitigen. Für alle, die zum Zeitpunkt des Wechsels in der IG Metall Mitglied und in der Firma beschäftigt sind, gelten die Tarifverträge weiter.

Besser noch: Alle, die jetzt Mitglied der IG Metall werden, sichern sich die Wirkung der Tarifverträge der Metall- und Elektroindustrie Hessen. Und das sind ca. 20 Tarifverträge, die die unterschiedlichsten Dinge regeln. Die 35-Stunden-Woche, von Montag bis Freitag, 30 Tage Urlaub, zusätzliches Urlaubsgeld, tarifliches Weihnachtsgeld und natürlich die monatliche Lohnzahlung sind nur einige Dinge, die in den Tarifverträgen geregelt sind. All das kann man sich jetzt durch die Mitgliedschaft in der IG Metall noch sichern.

Schlecht: An der tariflichen Entwicklung nimmt bei YKK Deutschland GmbH in Wenkbach keiner mehr teil. Das wird wahrscheinlich bei der nächsten Lohnerhöhung im Mai 2016 schmerzlich zu spüren sein. Auch neu abgeschlossene Tarifverträge gelten dann nicht mehr.

Noch schlechter: Alle Nichtmitglieder haben durch arbeitsvertragliche Zusage sehr wahrscheinlich ab sofort überhaupt keinen Anspruch mehr auf die Tarife der Metall- und Elektroindustrie Hessen. Neueingestellte werden, davon ist auszugehen, unter weit schlechteren Lohn- und Arbeitsbedingungen beschäftigt werden als die, die jetzt schon da sind. Damit treibt der Arbeitgeber alle Beschäftigten in eine gnadenlose Konkurrenz. Das ist weder fair noch gerecht. Wirtschaftlich sinnvoll ist es auch nicht.

Die IG Metall hat den Arbeitgeber mittlerweile aufgefordert, keine o.T.-Mitgliedschaft einzugehen. Die Firma soll in der Tarifbindung bleiben und keine Billigkonkurrenz aufbauen. Sollte der Arbeitgeber aber bei seinen Plänen bleiben, droht der Firma eine monatelange Auseinandersetzung. Streiks nicht ausgeschlossen.

Die IG Metall Mittelhessen verzeichnet einen starken Mitgliederzuwachs. Tariffähig ist man mittlerweile. Deshalb wird am Dienstag, 17. November 2015, auf einer Mitgliederversammlung eine betriebliche Tarifkommission gewählt werden. Dann wird man zu phantasievollen und kreativen Aktionen übergehen, die der Arbeitgeber nicht unterschätzen sollte.

Die Auseinandersetzung haben die Beschäftigten nicht gewollt. Der Arbeitgeber YKK Deutschland hat das alles provoziert und zu verantworten. Er kann die Auseinandersetzung immer noch verhindern, wenn er nicht in die o.T.-Mitgliedschaft wechselt, sondern am Tarif festhält.

Die in der IG Metall organisierten Mitarbeiter/innen sind zum jetzigen Zeitpunkt fest entschlossen, um ihre Tarife zu kämpfen. Die IG Metall wird sie dabei unterstützen.

IG Metall-Fanshop

 

Regenschirme, Mützen, Pullis, Strampler, und, und, und... Die Mitglieder der IG Metall können nun den "Fanshop" mitgestalten und bestimmen, welche Materialien zukünftig angeboten werden.

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Protest für gleichen Lohn

Frauen bekommen für gleiche Arbeit viel weniger

Die Entgeltlücke für berufstätige Mütter, Ehefrauen, Freundinnen und Töchter ist in kaum einem anderen EU-Land so groß wie in Deutschland. Im Durchschnitt verdienen Frauen bei gleicher Arbeit laut dem Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut der Hans-Böckler Stiftung zwischen 14 und 24 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Um auf diese Missstände aufmerksam zu machen, veranstaltete der Ortsfrauenausschuss der IG Metall Mittelhessen am Freitag, dem 9. Oktober 2015, von 15 bis 16 Uhr eine Aktion in der Plockstraße/Ecke Seltersweg. Viele Interessenten informierten sich und wunderten sich empört, dass Frauen im Jahr 2015 immer noch für gleiche Arbeit weniger bekommen als ihre männlichen Kollegen.

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